Konstruktor DIY Kit: Photographie mit selbstgebauter Apparatur

Konstruktor

Konstruktor

Die Lomographische Gesellschaft vertreibt einen Fotoapparat mit dem Namen Konstruktor, der als Selbstbausatz erhältlich ist. Mich ereilte einer dieser Bausätze, und obwohl ich weder talentierter Fotograf noch passionierter Bastler bin, konnte ich der Versuchung, eine analoge Spiegelreflexkamera selbst zu bauen, nicht widerstehen.

Die Anleitung wird mitgeliefert und verspricht einen Zusammenbau in 1-2 Stunden. Ohne den Videos und den sehr ausführlichenen Beschreibungen der Einzelschritte auf der Microsite der Konstruktur wäre die Kamera nicht fertig geworden. So versetzten wir zu zweit nach 2 Tagen Feinmechanikerei und nach mehreren kalten Duschen zur Aggressionsbewältigung die Kamera in einigermaßen betriebsbereiten Zustand. Der haarigste Teil, eine Rückholfeder, wird dankenswerterweise als einzige Komponente 2x im DIY Kit mitgeliefert.

Konstruktur DIY Kit

Konstruktur DIY Kit

Nun kann diese Kamera schon einige Dinge, wie etwa zwischen den Modi „Normal“ und „Bulb“ switchen oder Brennweiten zwischen einem halben Meter und unendlich einstellen. Was sie aber nicht kann: den Film nach geschossenem Foto weiter befördern. Auch funktionieren, wohl unserem Bastelgeschick geschuldet, weder Rückspuler noch manueller Filmvorwärtsbeförderer (möglicherweise der nicht ganz korrekte Fachterminus für diese Funktion) nicht ohne den Einsatz leichter körperlicher Gewalt.

Unbeirrt versuchte ich mich dennoch an einem ersten 36er 35 mm Film, der leider nur unbelichtete Ergebnisse lieferte. Im zweiten Versuch jedoch, nun mit einem 24er Film, betrug die Ausbeute ganze 5 Lichtbilder, deren Bildbeweis ich im Nachfolgenden gerne antrete.

Lomography 1

Dieses Foto, ich nenne es „Selbstportrait im Sozialbau“ ist das erste meiner Konstruktor, das sich zu einem echten Lichtbild entwickelte. Nach der Abbildung meiner selbst fotografierte ich die Front eines Wohnbaus (möglicherweise begab es sich auch umgekehrt) ohne den Film weiter zu befördern – ungewollt, zugegebenermaßen.

Lomography 2

In einem Garten in der Wiener Donaustadt entstand dieses Bild. Ich hätte, beim Weiterbefördern des Films, statt 3-4 Rastereinheiten wohl eher 8-10 wählen müssen, um zu einem unbelichteten Teil fürs nächste Frame zu gelangen.

Lomography 3

Hier scheinen generell einige Motive übereinander belichtet worden zu sein, die Zierblume …

Lomograpy 4

… schaffte es gar bis zu dieser Terasse, wohin sie nun gar nicht gehört.

Lomography 5

Das nun geübte Auge des Betrachters erkennt den Meidlinger Bahnhof, der sich auf eine Anordnung von Gebäuden des äußeren Wiener Gürtels verirrte. Woher das rote Licht kommt ist hingegen unklar.

Über die Qualität der Bilder kann diskutiert werden. Die Erkenntnis aus diesem ersten Versuch der Lomographie via Konstruktor: Aufzeichnungen in einem parallel zur fotografischen Tätigkeit zu führenden Notizbuch bezüglich Einstellung, Brennweite und Rastereinheiten zum nächsten Frame wären sinnvoll, um das Ergebnis bei Folgeeinsätzen besser steuern zu können.

Die magere Ausbeute von 5 Fotos aus einem Film für 24 Bilder ist übrigens kein Verschulden der Kamera, sondern wurde durch mein unbedachtes mehrfaches Öffnen bei noch nicht fertig zurückgespultem Film verursacht.

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  1. #1 von hutschi am 15. Mai 2014 - 19:25

    Ich habe die Kamera auch gebaut, bei mir funktioniert sie ganz gut, erst die letzten Bilder bei 36-er Film sind etwas schwergängig. Beim Weiterspulen darf man aber nicht auf den Rückdeckel drücken.

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