Meine Ex, ihre Daten und die GIS

Infoschreiben der GIS

Infoschreiben der GIS

Ich dachte nicht, dass ich in diesem Blog nochmals meine Ex-Freundin erwähne. Ist aber nicht ihre, nicht meine Schuld, nope: die der GIS.

Ab und zu erreicht mich nach wie vor ein Schreiben, das an sie adressiert ist, so auch das Informationsschreiben bezüglich ihres der GIS im Zuge des Hackerangriffs von AnonAustria abhanden gekommenen Datensatzes.

Das Info-Schreiben ist übrigens keine nette Geste der GIS, sondern deren gottverdammte Pflicht:

Wird dem Auftraggeber bekannt, dass Daten aus einer seiner Datenanwendungen systematisch und schwerwiegend unrechtmäßig verwendet wurden und den Betroffenen Schaden droht, hat er darüber unverzüglich die Betroffenen in geeigneter Form zu informieren.
(Datenschutzgesetz 2000, Art. 2 § 24, Zi. 2a – Quelle: http://ris.bka.gv.at)

Nun wird der geneigte Leser bereits ahnen, dass besagte Ex-Freundin nicht mehr in einem Haushalt mit mir wohnhaft ist. Sie verließ die Wohnung im Februar 2010, also vor gut anderthalb Jahren und kündigte ihre „GIS-Mitgliedschaft“; zu gleicher Zeit meldete ich, zum Wohle des öffentlich-rechtlichen Bildungsauftrages, mein Rundfunkgerät an.

Man sollte also meinen, der Datensatz wäre für die GIS wertlos bzw. sogar fehlerhaft und sollte daher gelöscht werden. Umso mehr, als das Österreichische Datenschutzgesetz in „Verwendung von Daten – Grundsätze“ dies ausdrücklich verlangt:

Daten dürfen nur […] solange in personenbezogener Form aufbewahrt werden, als dies für die Erreichung der Zwecke, für die sie ermittelt wurden, erforderlich ist.
(Datenschutzgesetz 2000, Art. 2 § 6, Zi. 1 – Quelle: http://ris.bka.gv.at)

Der entwendete Datensatz selber war nicht sonderlich wertvoll: Es war einer jener 118.000 ohne Kontendaten, die Telefonnummer gibt es längst nicht mehr, die Adresse ist mittlerweile ohnehin meine.

Aus eigener Erfahrung weiss ich, mit welchem Aufwand der verantwortungsbewusste Umgang mit personenbezogenen Daten verbunden ist, den seriöse Unternehmen betreiben; umso ärgerlicher finde ich den Datenschluder einer behördenähnlichen Einrichtung. Der „Schuss vor den Bug“ war wohl mehr als nötig.

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  1. #1 von Anonymous am 8. August 2011 - 23:29

    Genau genommen hätte jeder Datensatz nach Übertrag in die Hauptdatenbank aus der von AnonAustria kopierten Datenbank gelöscht werden müssen.
    Die Daten reichten aber bis ins Jahr 2007 zurück, damit ist eindeutig ein Verstoß gegen das DSG nachgewiesen.

    Es ist eine Sauerei, dass noch keine rechtlichen Schritte gegen die GIS eingeleitet wurden.

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