Augmented Reality in der Seestadt Aspern

Augmented Reality in der Seestadt Aspern

Augmented Reality in der Seestadt Aspern, Screenshot aus der App LAYAR vom iPhone 4

Im Nordosten Wiens entsteht am ehemaligen Flugfeld Aspern eine Stadt um einen künstlichen See. Ab 2014 sollen die ersten Menschen darin wohnen, bis 2030 das Projekt abgeschlossen sein und als „Seestadt“ Wohnraum für 20.000 Menschen und ebenso viele Arbeitsplätze bieten. „Geo Data City“ lud am 19. März 2011 in die Seestadt, um die künftigen Gebäude auf mobilen Endgeräten zu visualisieren.

Auf nach Aspern!

Den etwas krypitsch kommunizierten Startzeitpunkt „14 bis 18 Uhr“ der „Exkursion in die Seestadt Aspern“ nicht verpassen wollend, erreichte ich den GPS Point 1 um exakt 14 Uhr. Vorbildlich vorinstalliert hatte ich auf all meinen Handys die benötigte App „LAYAR Reality Browser – Augmented Reality Software“ (kostenlos downloadbar für iPhone ab 3 GS und Android). Im Vorfeld versprochen wurde immerhin:

Virtuelle Spaziergänge
Mittels App flanieren Sie auf Straßen, die es noch nicht gibt, oder betrachten die spiegelnde Wasseroberfläche eines Sees, der gerade erst ausgehoben wird. Augmented Reality und Ihr Smartphone ermöglichen es Ihnen, Blicke in den neuen Stadtteil Wiens zu werfen. Wo wird man arbeiten, wohnen, lernen, einkaufen?
(Quelle: Homepage der Stadt Wien)

Die Veranstaltung hatte aber ohnehin keinen fixen Beginn- oder Endzeitpunkt, man durfte sich in der noch nicht real vorhandenen Stadt frei bewegen. Im Veranstaltungszeitraum stand Personal zur Verfügung, das die Software am Handy erklärte und großzügig Werbegeschenke verteilte.

AR in der Seestadt Aspern

Augmented Reality: Realer Baukran in virtueller Umgebung

Quader statt Bauwerke.

Die „Erweiterte Realität“ (dt. für „Augmented Reality“) allerdings erfüllte meine naiven Erwartungen nicht so ganz. Bereits der Einweiser beim Startpunkt meinte, dass unter der dichten Wolkendecke sowohl Internetverbindung wie auch GPS-Signal leiden. Was zur Folge hatte, dass Gebäude versetzt angezeigt wurden oder über dem Boden schwebten.

Überhaupt hatte ich zu Beginn ein wenig Schwierigkeiten mit der Applikation, Wind und Kälte verhinderten zudem, Spaß an der Sache zu finden: Mit Handschuhen ist der Touchscreen unbedienbar, ohne verweigerten die steif gefrorenen Finger ihren Dienst. Und wer schon mal im Freigelände in ein Handydisplay starrend des Weges schritt, weiß, was für ein scheiß Massel ich hatte, dass meine Schuhsohlen verschont von Hundekot blieben; und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

AR in der Seestadt Aspern

Aussichtsturm: Schautafeln ergänzen die virtuellen Objekte. Im Inneren: Infostand mit Terminal für virtuelle Rundgänge.

Was mich aber eigentlich enttäuschte, für Wetter und Hundescheiße kann der Veranstalter in dem Falle nichts, waren fehlende Details an den Gebäudequadern, Informationen oder Beschriftungen zu den Wohn- und Büroblöcken, das Fehlen des Sees in der virtuellen Ebene. Nur an wenigen Punkten in der Landschaft finden sich Text-, Bild- und Videobotschaften.

Am „Aussichtsturm“ sprach ich kurz mit einem am Projekt involvierten Mitarbeiter. Er meinte, die Darstellung würde laufend optimiert, es handle sich eben um riesige Datenmengen. Selbst den See musste man rausnehmen, da nur eine beschränkte Anzahl an Polygonen dargestellt werden könne. In einem weiteren Schritt würden den Gebäuden die geplanten Texturen hinzugefügt.

Im Inforaum unterhalb des Aussichtsturms gibt es ein Terminal, mit dem bereits eine detaillierte Rundreise durch die Stadt gemacht werden kann. Was natürlich weniger Sexyness hat als die mobile Variante, wegen der ich eigentlich nach Aspern fuhr.

Virtuelle Ebenen weiterhin verfügbar.

Wer sich selbst ein Bild von der virtuellen Seestadt machen möchte, kann dies jederzeit tun, die virtuellen Ebenen bleiben selbstverständlich auch nach dem 19. März verfügbar: Einfach am iPhone (ab 3GS) oder am Android-Smartphone die App „LAYAR“ installieren, in die Seestadt fahren (Wien XX., Ecke Johann-Kutschera-Gasse / An den Alten Schanzen), in der App nach der Ebene „Aspern“ suchen, diese abspielen, los marschieren und:

Nicht allzu viel erwarten.

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  1. #1 von Oli am 22. März 2011 - 23:46

    Bin gerade eben das erste mal auf den Blog gekommen. Gefaellt mir bis jetzt sehr.

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