Anonymität vs. Online-Reputation

Anonymität

Anonymität

Als ich zu Beginn des Jahres 2009 einen Twitter-Account eröffnete, konnte ich mir relativ sicher sein, dass niemand mir persönlich Bekannter meine Updates liest; welche zu Beginn ohnedies etwas verhalten anmuteten. In etwa zeitgleich legte ich mein Facebook-Profil an, dass – im Gegensatz zu Twitter – mir fortan zur Vernetzung mit persönlich bekannten Personen dienen sollte.

Diese Trennung hielt nicht lange: Zum einen habe ich mittlerweile mit einer Reihe interessanter Twitteranten persönlich wie virtuell Bekanntschaft gemacht und zähle sie berechtigterweise, respektive nach einleitender Definition, zu meinem Facebook-Freundeskreis. Zum anderen habe ich, Xing’s und LinkedIn’s Zukunft anzweifelnd, berufliche Kontakte zu meinen Facebook-Freunden gemacht.

Genau genommen war die Vermischung privater, virtueller und beruflicher Kontakte die Zäsur in meiner Facebook-Politik und habe weiters, dieser Politik folgend, meine Facebook-Privatsphäre-Einstellungen auf „sehr, sehr offen“ gestellt: Wenn Kollegen, Geschäftspartner, etc. meine Updates sehen dürfen, warum nicht auch der Rest der Welt. Um sehr persönliche Inhalte zu teilen sind soziale Medien ohnehin der falsche Kanal. Und die Verwaltung von Listen zur Differenzierung von Inhalten je Empfängerkreis tue ich mir nicht an.

Denn auch Postings an den via Facebook-Listen definierten innersten Freundeskreis sind Publikationen an die Öffentlichkeit; habe ich doch in dem sehr empfehlenswerten Podcast Brouhaha.de (Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach und Alex Wunschel analysieren PR-Desaster, die in Social Media entstehen) gelernt, dass selbst der Inhalt einer Email gegebenenfalls am nächsten morgen in der Zeitung stehen können muss, ohne die eigene Reputation (oder jene des Unternehmens, für das man spricht) zu gefährden.

Ich fürchte aber, dies gelingt mir nicht immer. Der eine oder andere Recruiter, Geschäftspartner und wer auch immer sonst noch Interesse haben könnte, meine virtuelle Identität zu durchstöbern, könnte das eine oder andere Update, das eine oder andere meiner Social Media Profile falsch verstehen; nicht zuletzt deshalb, weil viele die Konventionen Sozialer Medien bzw. der Kommunikation in diesen Medien nicht verstehen.

Nur ungern aber möchte ich auf diesen Teil meines Lebens verzichten und schließe daher mit folgendem Twitter-Dialog, der beim heurigen Jahreskongress des Dialog Marketing Verband Österreich entstand:

JuanesSteiner:
@confare ich glaub nicht dran, dass man aufgrund 1 sekt/bierpics arge jobschwierigkeiten kriegt, solang die gesamtreputation passt #dmvoe
(21. Oktober 2010, 16:57 h)

confare:
@JuanesSteiner – in eine firma, die wegen eines sektfotos ein problem mit mit hätte will ich eh nicht :-) #dmvoe
(21. Oktober 2010, 17:02 h)

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