DIGIDAY 09 Vienna

DIGIDAY 09 Vienna

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Digitalks lud heute ins Wiener Museumsquartier zum DIGIDAY 09 – einer Veranstaltung, die sich an Social Web und Web 2.0 Einsteiger richtet; im Anwendungsbereich wohlgemerkt.

Die missionarischen Ziele des Veranstalters haben durchaus Berechtigung, ein virtuoser Umgang mit dem Internet ist in diesen Tagen Voraussetzung für Karriere und Erfolg, die Online-Reputation einer Privatperson oder eines Unternehmens existenziell wichtig. Selbst der Nokia-Speaker meinte eingangs in seiner Rede (hat er das wirklich gesagt?), dass man mit OVI versucht hätte, einer Zweiklassengesellschaft entgegenzuwirken. Walter Gröbchen schrieb unlängst in einem Kommentar zu Helge Fahrnbergers Blog: „Twitter, Facebook, Google, Wave, YouTube & Co. sind erste Zehenbewegungen in Kinderschuhen, mehr nicht„. Ist zwar aus dem Zusammenhang gerissen (es ging um die von Armin Turnher angestachelte Internetdebatte), aber es drückt treffend aus, was ich sagen will: Wer sich heute nicht darum kümmert, wie das virtuelle Paralelluniversum funktioniert, der manövriert sich zumindest beruflich und in vielen Branchen ins Aus, den schwappt die Google-Welle weg.

Nun ist es aber so, dass zum DIGIDAY kaum Newbies kamen, sondern Experten, exzessive Internetnutzer, Social-Media-Aktive. Jeder hier hatte Accounts auf diversen Plattformen oder hatte beruflich mit dem Web zu tun – war mein Eindruck. Wie sonst hätte man von der Veranstaltung, beworben über Web, Facebook, Twitter und Xing, auch erfahren sollen? Ich hab versucht, jene mitzuschleppen, die beruflich Interesse an den Digiday-Topics haben sollten, durch die Bank Nicht-Twitteraten, zaghafte Facebooker und passive Xing-User – keine Chance.

Für Einsteiger wären einige Vorträge aber ohnehin schwere Kost gewesen. „Für ‚Onliner‘ tw. zu seicht und für ‚Noch-Offliner‘ tw. zu steil“ twitterte beispielsweise @haralddvorak. Obschon auf eine Vielzahl verschiedenster Möglichkeiten für User aller Levels eingegangen wurde, fehlten meines Erachtens Themen, die Offliner im weitesten Sinne nötig hätten, zaghafte Facebooker und passive Xinger mal eingeschlossen:

  • Was muss ich tun, um mir eine positive Online-Reputation aufzubauen? Welche perönlichen Details kann oder soll ich veröffentlichen und was sollte ich tunlichst vermeiden? Was sieht der Personalchef, der Konkurrent, der Kunde, wenn er mich online abtastet?
  • Was darf ich auf meinem Facebook-Account posten ohne mit dem Urheberrecht in Konflikt zu geraten? Warum sind Musik-Tauschbörsen illegal, aber auf last.fm kann ich ein Abo kaufen?

Für mich – wie auch vermutlich für die meisten Besucher – war die Veranstaltung okay. Doch wie gesagt: die definierte Zielgruppe waren wir nicht. Viel neues habe ich gehört und werde es in die Welt hinaus tragen. Die sogenannten neuen Medien begleiten mich ja nicht nur privat, sondern auch beruflich, auch hierfür konnte ich Informationen für mich gewinnen. Und mein NEUMAN-Professor (d.h., ich stehe noch auf der Warteliste, blicke aber hoffnungsvoll meiner Aufnahme in die Lehrveranstaltung entgegen) moderierte den Nachmittag. (Anm.: NEUMAN ist ein Akronym und steht an der Publizistik für „Management Neuer Medien“).

Und ich hab die Wave gesehen! Die Google Wave – in echt!!! Einladung habe ich zwar immer noch keine, aber was solls: In nicht allzu ferner Zukunft waven wir ja ohnehin alle damit, meinte @websache in einem Pausengespräch. Das heisst, eigentlich habe ich nur die halbe Wave gesehen: Bei Michael Schusters Keynote „Online-Zusammenarbeit“ war ich leider grad rauchen … schön blöd, da @oberndorfer just bei meiner Rückkehr „Schuster zeigt die interessanteren Features von Google Wave“ twitterte …

Alle weiteren Infos zum DIGIDAY 09 sowie die Links zu den Präsenationen gibts in Kürze auf der Digiday-Seite von Digitalks, der Stream ist ebenfalls über diese Seite abrufbar.

Wenngleich ich oben Kritik übte: Ich fand die Vorträge ohne Ausnahme gut, professionell, empfehlenswert. Einen aber möcht ich besonders herausstreichen, da er mich am meisten beeindruckte:

Helge Fahrnberger hielt seinen Vortrag über „Geo-Basierte Anwendungen“. Das Thema ist an sich schon spannend und die Möglichkeiten von Geolokation und von diversen Streetmaps schier unendlich; hier spricht nicht nur der Techniker, sondern auch der Marketer aus mir. Aber die Ouagadougou-Geschichte fand ich genial: Da die 3 Millionen Einwohner zählenden Hauptstadt von Burkina Faso nur rudimentär oder gar falsch kartographiert war, erfasste Helge Fahrnberger die Strassen einfach selbst. Mit Openstreetmap und der Satelitenkarte von Ouagadougou erzielte er rasch gute Ergebnisse, weitere Mithelfer erzeugten auf diesem Weg bald eine ausgezeichnete Karte – die nicht nur das Strassennetz, sondern auch Missstände in der Beplanung der Barrackensiedlung zeigt. Ein postives Beispiel für Internet und soziale Vernetzung, das seinesgleichen sucht. Die ganze Geschichte auf Helge Fahrnbergers Blog: „Der Erste sein, der eine Millionenstadt kartografiert“.

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  1. #1 von Meral / Digitalks am 18. Oktober 2009 - 5:28

    Gut, dass ihr trotzdem da wart auch als Fortgeschrittene und ExpertInnen.

    So wenig waren die EinsteigerInnen gar nicht, Hälfte Hälfte ca. Nur sind die EinsteigerInnen nicht so wortlaut;)

    Mag durchaus sein, dass die Vorträge den EinsteigerInnen „mehr als steil vorkommen“. Es geht darum diese ganze neue Welt, die neue Arbeitsweise der sogenannten Onliner auch direkt live vorzuführen. Wenn alle mit ihren Laptops herumlaufen und von überall und aus jeder Ecke twittern. Also nicht nur die Vortragenden zählen zum Team sondern alle die sich beim Digiday beteiligen, ihr seid Digitalks Stimme nach außen und so erreichen wir mehr.

  1. Prezi - Präsentierst Du noch oder erstaunst Du schon? | Online-Redaktion

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